Eva über den Einfluss von Ernährung bei Erkrankungen und den sozialen Aspekt von Essen

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Ich heiße Eva, bin 29 Jahre alt und studiere Spanisch und Französisch. Andere Sprachen und Kulturen, lesen, tanzen, Musik im Allgemeinen und gutes Essen gehören zu meinen Leidenschaften. 😉

Als Teenager habe ich mich sehr ungesund ernährt. Ich habe mein ganzes Taschengeld für Süßigkeiten ausgegeben und nur wenig Sport gemacht. Meine Mutter hat fast jeden Tag frisch gekocht, daher habe ich regelmäßig Gemüse gegessen. Obst hingegen war auf meinem Speiseplan quasi nicht existent.

Ich habe mein Essverhalten um 180 Grad gedreht

Eva

Ein Umbruch kam dann während des Abiturs. Um besser gegen den Stress gewappnet zu sein, bin ich mit meiner Mutter joggen gegangen. Außerdem bin ich täglich mit dem Hund herausgegangen, habe mich mit Ernährung beschäftigt und mich insgesamt gesünder ernährt. Man könnte sagen, dass sich mein Essverhalten um 180 Grad gedreht hat.

Seitdem bin ich bei diesem Essverhalten geblieben. Ich esse viel Obst und Gemüse, koche fast jeden Tag frisch und esse so gut wie immer Vollkornprodukte. Außerdem bin ich seit fast zehn Jahren Vegetarierin. Auch wenn ich das vor allem der Tiere und der Umwelt zuliebe mache, steht außer Frage, dass ein zu hoher Fleischkonsum eine Gefahr für die Gesundheit darstellt und Fleisch generell nur selten auf den Tisch kommen sollte. Als Vegetarierin muss man sich auf jeden Fall genauer mit seiner Ernährung beschäftigen, was meiner Ansicht nach zu einem gesunden Essverhalten führt.

Ernährung als Kampf gegen Zivilisationskrankheiten

Um Eisenmangel vorzubeugen stehen Hülsenfrüchte und täglich eine Handvoll Walnüsse auf meinem Speiseplan. Gegen einen Mangel an Vitamin B12 nehme ich allerdings Tabletten. Meiner Meinung nach ist gesunde Ernährung ein wichtiger Bestandteil, um gesund zu sein, bzw. sich länger guter Gesundheit zu erfreuen. Beim Kampf gegen die sogenannten Zivilisationskrankheiten wie Diabetes Typ II, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Adipositas, sowie Bluthochdruck ist ein gute und ausgewogene Ernährung, neben regelmäßiger Bewegung, die wichtigste Waffe.

Der soziale Aspekt des Essens ist mir wichtig

Leidet man bereits an einer dieser Erkrankungen oder auch an einer Autoimmunerkrankung, wie Multiple Sklerose etc., kann man mit der richtigen Ernährung sehr viel erreichen. Ich bin überzeugt, dass gesunde Ernährung auch für die psychische Gesundheit wichtig ist, da sie zu einem besseren Körpergefühl und somit zu einer größeren Gesamtzufriedenheit führt. Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass mit einer gesunden Ernährung auch der soziale Aspekt von Essen verstärkt wird. Dieses wird dadurch mehr als nur Mittel zum Zweck, was sich wiederum positiv auf die allgemeine Gesundheit auswirkt.

Regelmäßige sportliche Aktivität hilft bei Multipler Sklerose

Sport ist ein wichtiger Bestandteil für ein gesundes Leben. Er beugt, genauso wie gesunde Ernährung, Krankheiten vor und hilft dabei, länger gesund und vital zu sein. Als ich die Diagnose Multiple Sklerose erhielt, haben mir die Ärzte gesagt, dass das Einzige was sich wissenschaftlich bewiesen positiv auf den Verlauf auswirkt, neben dem Verzicht auf Zigaretten und Alkohol, die Aufnahme regelmäßiger sportlicher Aktivitäten ist. Sport hat auf das gesamte Leben einen positiven Effekt, da man sich etwas Gutes tut, Endorphine ausgeschüttet werden und man das Gefühl hat etwas geschafft zu haben. Ich tanze zweimal die Woche Zumba und mache einmal die Woche Bauch-Beine-Po. Im Frühling und Sommer gehe ich auch regelmäßig walken.

Ich habe kein direktes Lieblingsessen, bevorzuge aber die Mittelmeerküche und für mich ist das Soziale ein sehr wichtiger Aspekt beim Essen.

1 Kommentar

  1. Benjamin says: Antworten

    Ein sehr interessantes Interview. Gerade der soziale Bereich unserer Esskultur, seine sozio-historischen Dimensionen sowie die damit einhergehenden Auswirkungen auf die Psychologie und Physiognomie unseres Körpers sind Aspekte, die unbedingt verstärkt erforscht und thematisiert werden müssen. Unsere ‚Hülle‘ ist eben mehr als nur als das Zusammenspiel ihre biologischen Funktionen und Disfunktionen, denen mit gesunder Ernährung begegnet werden kann. Der Mensch ist ein soziales Wesen, wie schon Aristoteles erkannte. Für den Diskurs über unsere Ernährung und unserem Ernährungsverhalten wäre eine Hinwendung auf die Formel „Gemeinsam scheckts am Besten“ sicherlich kein Rückschritt.

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